Ein ganz besonderer Pokaltag liegt hinter unseren beiden Mannschaften. Am 30. August bekamen es Ennepe-Ruhr-Süd 1 und Ennepe-Ruhr-Süd 2 in der ersten Runde des Mannschaftspokals mit ihren jeweiligen Gegnern zu tun – und während die Erste den Sprung in die nächste Runde schaffte, erwischte es die Zweite gleich ganz dick.
Ennepe-Ruhr-Süd 2: Gegen drei FIDE-Meister
Für unsere zweite Mannschaft, Brett 1 Zino, Brett 2 Guido , Brett 3 Gerfried , Brett 4 Marlon, war die Aufgabe ausgesprochen anspruchsvoll. Mit SV Wattenscheid 1 stand uns vermutlich die stärkste Mannschaft gegenüber, die der Bochumer Bezirk derzeit zu bieten hat.
Die Aufstellung des Gegners war beeindruckend: Gleich drei FIDE-Meister saßen uns gegenüber – Kai-Uwe Schiffer, Walter Wengenroth und Thomas Thiel – dazu mit Jörg Kähmann ein weiterer Spieler jenseits der 2100-Elo-Marke. Am Ende hieß es 0:4.
Für uns war es eine seltene Gelegenheit, einmal unmittelbar zu erleben, wie Spieler dieser Spielstärke eine Partie behandeln. Keine unnötigen Experimente, kein großes Rumeiern – einfach solides, präzises „normales“ Schach. Sie ließen nichts zu, warteten geduldig auf ihre Chancen und nutzten unsere Fehler konsequent aus.
Vielleicht passt dazu eine Bemerkung, die Garry Kasparov einmal sinngemäß über den jungen Magnus Carlsen gemacht haben soll: Carlsen spiele einfach normales Schach und eiere nicht herum. Ob Kasparov es tatsächlich genau so formuliert hat, sei dahingestellt – die Begegnung mit Wattenscheid war jedenfalls eine eindrucksvolle praktische Demonstration dieses Prinzips.
Und so war das 0:4 für uns zwar deutlich, aber keineswegs ein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Gegen drei FIDE-Meister und einen weiteren 2100er darf man auch einmal verlieren. Solche Gegner bekommt man schließlich nicht alle Tage vor die Nase – und im normalen Ligabetrieb schon gar nicht.
Ennepe-Ruhr-Süd 1: Eine Runde weiter
Deutlich besser lief es bei unserer ersten Mannschaft. Norbert ( Brett 3 ) und Martin ( Brett 4 ) konnten ihre Partien gewinnen, Aik ( Brett 1 ) steuerte ein Remis bei, während Felix ( Brett 2 ) sich geschlagen geben musste. Damit stand am Ende ein 2½:1½ auf unserer Seite – knapp, aber ausreichend für den Einzug in die nächste Pokalrunde.
Und wer weiß: Vielleicht kommt es ja schon in einer der nächsten Runden zu einem Wiedersehen mit den Wattenscheider FIDE-Meistern. Die Auslosung der nächsten Runde soll erst Ende September stattfinden. Bis dahin darf man also gespannt sein, welche Aufgaben auf unsere Erste warten.
Sollte es tatsächlich noch einmal gegen diese Spieler gehen, wird es natürlich alles andere als leicht. Mit unseren Spielern aus der Ersten verfügen wir aber durchaus über die nötige Spielstärke, um sich solchen Aufgaben mit Zuversicht zu stellen.
Der Pokal hat schließlich seine eigenen Gesetze – und nach dem 30. August wissen wir zumindest schon einmal, dass „normales Schach“ auf FIDE-Meister-Niveau möglicherweise gespielt wird.
Wir sind gespannt auf die Auslosung und gehen die nächste Runde jedenfalls mit voller Zuversicht an.