Die Saison 25/26 ist nun seit ein paar Wochen vorbei für die 3. Mannschaft und die Saison 26/27 steht bevor. Es war nicht einfach für uns in der Bezirksliga. Wir haben uns deshalb entschlossen in der neuen Saison in der Bezirksklasse zu spielen. Das bringt Veränderungen bezüglich der Mannschaftsstärke mit sich, in der Bezirksklasse können wir nur mit 4 er Mannschaften spielen. Um allen Interessierten die Möglichkeit zu geben zu spielen, werden wir zwei Mannschaften anmelden. Die 3. Mannschaft wird mit Gerfried Scholz und die neu aufgestellte 4. wird mit Marlon Maenz als Mannschaftsführer starten. In Kürze wird es einen Fragebogen geben, in dem die Spieler ihre Wünsche und Vorlieben angeben können. Nach Auswertung des Fragebogens werden dann die Mannschaften aufgestellt. Wer keinen Fragebogen bekommen hat, fordert diesen bitte bei Gerfried an.

Ganz sicher in einer der beiden Mannschaften wird Jesko Schmerse spielen, in der letzten Saison wurde er regelmäßig in der 3. Mannschaft eingesetzt.
Über seine Motivation und Zukunftsperspektiven sprach Gerfried mit ihm:
Wie und wann hast du mit dem Schachspiel begonnen, was fasziniert dich am meisten an diesem Spiel?
Ich habe noch während meiner Grundschulzeit von meinem Vater das Spiel erklärt bekommen und gerne mit ihm gespielt. Nach einem Jugendaktionstag in Ennepetal, bei dem auch der Schachverein vor Ort war, habe ich mit 14 zum ersten Mal den Schachverein besucht.
Fasziniert bin ich von der Vielfalt des Spiels, ich spiele bereits seit mehreren Jahren und trotzdem ist so gut wie nie eine Partie wie die andere. Trotz der verhältnismäßig einfachen Regeln ist es doch immer anders.
Du studierst in Aachen – wie schaffst du es, Studium und regelmäßiges Mannschaftsschach miteinander zu vereinbaren?
Seit ich in Aachen wohne komme ich zum Training so gut wie gar nicht mehr. Ichbeschränke mich größtenteils auf das Onlineschach. Da die Spieltage aber immer sonntags sind kann ich mir gut Zeit für die Spiele der dritten Mannschaft nehmen.
Was bedeutet es für dich, in der 3. Mannschaft von SG EN Süd zu spielen? Gibt es besondere Highlights oder Spiele, an die du dich erinnerst?
Die dritte Mannschaft bietet mir die Möglichkeit trotz der weiten Distanz zwischen Aachen und Schwelm aktiv im Verein zu sein. Es ist immer wieder schön zu einem Spieltag zu kommen und trotz der üblichen Aufregung vor einem Spiel fühle ich mich nicht unangenehm unter Druck gesetzt.
Ein Spiel, das mir garantiert lange im Kopf bleiben wird ist meine Partie des letzten Spieltages. Es war das erste Mal, dass ich das gesetzte Zeitlimit bis zur Obergrenze ausnutzen musste. Zwar habe ich verloren, aber es ist für mich eine Partie die sich sehen lassen kann.
Glaubst du, dass dein Physikstudium dir beim Schach helfen kann (z. B. logisches Denken, Mustererkennung)? Wenn ja, wie?
Ich glaube, dass es in meinem Studium und in der Physik eine ähnliche Denkweise wie das Schachspielen erfordert. Eine Grundlage bei beidem ist, dass man vor ein Problem gestellt wird und dieses im Rahmen der Regeln des ganzen lösen muss. Es ist Übungssache das ganze effizient lösen zu können und da bietet Schach natürlich eine gute Übung dafür. Wenn es dann darum geht zu wissen auf was man achten kann und auf welche Art das Problem gelöst wird ist dann aber wieder bei beidem ganz unterschiedlich.
Welche Rolle spielt Schach in deinem Alltag – ist es für dich eher Entspannung, Herausforderung oder Wettbewerb?
Das kommt ganz drauf an. Meistens ist Schach für mich eine spaßige Beschäftigung auf langen Zugfahrten, da ich oft quer durch NRW fahre. Dann spiele ich eher Blitz- oder Schnellschach. Es gibt dann aber auch Tage an denen ich mir aktiv Zeit für eine lange Partie oder eine Übung nehme, in dem Moment betrachte ich das Ganze dann mehr im Kontext der Herausforderung aktiv besser zu werden.
Wie siehst du deine persönliche Entwicklung im Schach – welche Fortschritte möchtest du in Zukunft erreichen?
Ich sehe auf jeden Fall, dass meine Art zu spielen nicht mehr die ist die es vor einigen Jahren noch war. Ich werde bei meiner Art das Spiel anzugehen garantiert kein Profi aber ich sehe eine positive Entwicklung bei mir. Im Schach habe ich mir aber kein konkretes Ziel gesetzt, mir geht es hauptsächlich um den Spaß am Spiel.
Was motiviert dich, weiterzuspielen, selbst wenn es mal nicht so gut läuft? Hast du ein Mantra oder eine bestimmte Herangehensweise?
Mitten in der Partie ist es für mich selbst immer eine große Hilfe mich kurz abzulenken oder über irgendetwas etwas anderes nachzudenken, auch wenn es nur die Brandschutzverordnung auf dem Schild an der Wand neben mir ist. So etwas hilft mir die Partie im Anschluss noch ein mal ganz neu zu betrachten.
Siehst du Parallelen zwischen wissenschaftlicher Forschung und Schachstrategie? Wenn ja – welche?
Sowohl in der Forschung, als auch im Schach wird meistens über das Ausschlussverfahren gearbeitet. In der Wissenschaft gilt es oftmals eher zu zeigen, dass etwas nicht sein kann um es auszuschließen. Das liegt daran, dass es schwierig ist zu zeigen, dass es etwas gibt und es meistens einfacher ist zu zeigen, dass es das Gegenteil nicht gibt. Genauso gilt es im Schach zunächst auszuschließen welche Züge man macht bevor man vor mögliche Optionen gestellt wird was man jetzt eigentlich machen kann.
Wie stellst du dir deine Zukunft, sowohl im Schach als auch beruflich, nach dem Physikstudium vor? Gibt es Ziele oder Träume, die du mit uns teilen möchtest?
Ich bin mit meinem Schachleben aktuell sehr zufrieden, das kann gerne weiter so verlaufen. Im beruflichen Leben ist es mein Traum nach dem Abschluss in der Forschung zu arbeiten, gerne in der Astrophysik. Konkrete Pläne gibt es bisher aber noch nicht.
Vielen Dank Jesko für die Einblicke in Dein Schachleben und alles Gute für Zukunft!