Dieses Jahr sollen die Spielberichte der 3. Mannschaft in etwas veränderter und verkürzter Form hier veröffentlicht werden, neu hinzukommen soll aber ein stärkerer Focus auf die Spieler und deren Motivationen. In loser Folge sollen einzelne Spieler vorgestellt werden.
Zuerst aber zum Saisonstart:
Am 7.9.2025 spielten wir gegen SC Gerthe 46 Werne 2. Mannschaft.
Brett 1 Gerfried Scholz
Brett 2 Roland Dicke
Brett 3 Marlon Maenz
Brett 4 Gereon Kalkuhl
Brett 5 Hans-Werner Ollhoff
Brett 6 Michael Krake

Zu dem Spiel: Machen wir es kurz, wir gingen mit 1 zu 5 Punkten unter. Einen netten Spielbericht findet ihr hier:
https://www.sc-gerthe-46werne.de
Diesen hat dankenswerterweise sehr objektiv Schachfreund Robin Schulz verfasst, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer einen besonderen Dank an Hans-Werner. Er sicherte den Ehrenpunkt für uns. Hans – Werner, der nur gelegentlich spielen kann, punktet bei seinen Einsätzen regelmäßig und sichert der Mannschaft damit immer wieder wichtige Punkte!
Etwas erfreulicher sah es am 28.9. gegen Sportfreunde Schnee 1. Mannschaft aus. Ein wieder neu gegründeter Schachverein in Witten. Zwar verloren wir auch hier, aber nur knapp mit 2,5 zu 3,5. Knapper geht es nicht.
Brett 1 Dietmar Hill
Brett 2 Gerfried Scholz
Brett 3 Gereon Kalkuhl
Brett 4 Jesko Schmerse
Brett 5 Michael Krake
Brett 6 Yves Valton

Unser besonderer Dank gilt Yves, er sprang kurzfristig für den erkrankten Robert ein und verhinderte so, dass wir ein Brett freilassen mussten. Zwar ging seine Partie verloren, aber er sammelte wertvolle Erfahrungen und wird seinen Weg zum starken Spieler sicherlich fortsetzen. In seinem Spiel sah man, dass viel Potenzial in ihm steckt. Wir freuen uns schon darauf ihn wieder gelegentlich einzusetzen zu können.
Die volle Punktzahl holten sich Gereon und Michael, die ihre Partien sicher gewannen. Gereon gewann gegen eine 266 Punkte stärkere Gegnerin!
Einen halben Punkt sicherte Dietmar am immer schwierigen Brett 1. Auch hier war der Gegner mit 388 Punkten erheblich stärker! Jesko und Gerfried verloren leider ihre Partien. Gerfried spielte 76 Züge, musste sich im Turmendspiel geschlagen geben, da er mal wieder zu viele Bauern ins Geschäft gesteckt hatte, welches ihm nun im Endspiel auf die Füße viel.
Unsere neue Interviewreihe zu den Spielern der 3. Mannschaft:
Schach verbindet, aber viele Vereinsmitglieder sehen sich nur selten oder gar nicht, aus den unterschiedlichsten Gründen. Am Brett geht es manchmal so still zu, dass man den Menschen gegenüber fast vergisst. Mit unserer neuen Interviewreihe möchte ich die Gesichter hinter den Figuren vorstellen: persönlich und mit einem gelegentlichen Augenzwinkern. Denn schließlich sind es die Spielerinnen und Spieler, die unseren Verein lebendig machen – nicht nur die Springer, Türme und Damen auf dem Brett.
Fragen an Gereon Kalkuhl, spielt planmäßig an Brett 5 der 3. Mannschaft.

„Wie war das eigentlich bei dir – wann hat dich das Schachfieber gepackt, und wie hat alles angefangen?“
Gereon:
„Schach spiele ich, Jahrgang 1968, seit ein paar Jahrzehnten. In den 1980er-Jahren war ich schon einmal Mitglied in einem Schachverein, aber richtig eingestiegen bin ich erst wieder um die Jahrtausendwende. Ich könnte sicherlich mehr Zeit mit Theorie verbringen, aber dafür sind meine Interessen einfach zu vielfältig. Was mir am Schachspielen besonders Freude macht, ist, dass man mit dem Lernen nie aufhört. Mit jeder Partie lernt man etwas, ob man jetzt gewonnen oder verloren hat, und dies führt zu einem tieferen Verständnis des Schachs, das nie aufhört. Ich ärgere mich zwar jedes Mal, wenn ich eine Partie verloren habe, aber lerne viel durch die genaue Analyse meiner verlorenen Partie.“
„Du spielst also leidenschaftlich – aber irgendwann hast du begonnen, auch darüber zu schreiben. Wie kam es dazu?“
Gereon:
„Was mir jedoch noch mehr Spaß macht als das Schachspielen ist das Schreiben über das Schach. Seit 2006 schreibe ich in der Wikipedia, nicht nur, aber auch über Schach. Inzwischen habe ich in der Wikipedia circa 2.000 Artikel geschrieben und über 180.000 Bearbeitungen getätigt. Dabei sind mehr als 1.000 Artikel über das Schach entstanden, hauptsächlich Schachspielerbiographien. Die Artikel, welche ich zu dem Projekt beigetragen habe, wurden mit Stand Oktober 2025 6,8 Millionen Mal aufgerufen, das heißt, sie werden tatsächlich gelesen.“
„Wenn du dich so intensiv mit dem Thema befasst – wie ordnest du Schach für dich selbst ein: als Spiel, als Kunst oder als echten Sport?“
Gereon:
„Ich sehe Schach als Sport an. Man könnte sagen, es sei nur ein Spiel, es hat aber gar nichts mit Zufall zu tun. Um gut spielen zu können, muss man ausgeschlafen und fit sein. Eine ausgespielte Langpartie kann mehrere Stunden dauern und in dieser Zeit muss man sich jede Sekunde stark konzentrieren, da ist man schon ziemlich platt danach. Um mehr für den Schachsport zu tun, bin ich Mitglied im Stadtsportverband von Ennepetal sowie als Stadtrat Mitglied des Sportausschusses.“
„Vielen Dank für das offene Gespräch und die spannenden Einblicke in deine Schachwelt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Leidenschaft, Wissen und Engagement, du sowohl am Brett, als auch in der Wikipedia Welt einbringst. Und wer weiß – vielleicht inspiriert dein Einsatz ja den einen oder anderen, selbst wieder die Figuren aus dem Schrank zu holen und sich möglicherweise noch stärker im Verein einzubringen.“
Ich hoffe, dass neue Berichtsformat gefällt. Das nächste Spiel findet am 2.11. um 14 Uhr in unserem Vereinsheim gegen den SV Hattingen 2. Mannschaft statt. Über den einen oder anderen Kiebitz würden wir uns sehr freuen.
Gerfried